Starke Frauen

Die Liebesbeziehung zu dir selbst – besserer Sex durch Yoga

Wir haben mit Alexia Daksha Damini aka Yogalexia über ihr Yogaprojekt und die Auswirkungen von Yoga auf Körper und Sexualität gesprochen.

Liebe Alexia, wir haben uns ganz begeistert Deine Yogareisen auf yogalexia.at durchgelesen. Sie klingen unglaublich spannend und die Fotos sind ein Traum. Wieso passen Yoga und Reisen für Dich so gut zusammen? 

Seitdem ich denken kann, hat es mich in die Welt gezogen. Ich habe mit 15 ein Jahr in den USA verbracht und bin mit 18 alleine auf Weltreise gegangen. Die Reisen haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Sie haben mir meine Grenzen gezeigt. All die verschiedenen Möglichkeiten, wie wir unser Leben gestalten und leben können. Sie haben mir beigebracht vom Herzen zu sehen, jeden Menschen als meinen Spiegel zu betrachten. Sie haben mir klar gemacht, dass wir alle EINS sind. Das Reisen hat mich zur Yogapraxis gebracht. Ich wollte mehr über mich und meine Aufgabe in der Welt erfahren.

yogalexia.at im Interview mit femtasyDas Zusammenkommen in Kreisen hat schon seit vielen tausenden Jahren eine tiefe, heilige Bedeutung. So hat man sich versammelt, um sich in Gemeinschaft zu zentrieren, das kollektive Bewusstsein zu stärken, seine Wahrheit zu sprechen. Um gehört zu werden und um zuzuhören. Deiner individuellen Wahrheit Ausdruck zu geben ist eines der heilsamsten Dinge, die du tun kannst. Ich bin davon überzeugt, dass viele „moderne“ Krankheiten aus der Unterdrückung dieser Seelenkraft entstehen. So glaube ich, dass Yogareisen eine tolle Möglichkeit sind, um wieder zur Essenz zu finden, um, auch wenn nur für kurze Zeit, aus der Matrix auszusteigen und sich mit dem Selbst zu beschäftigen und zu reflektieren. Was mache ich hier? Bin ich glücklich? Wie geht’s mir wirklich? Liebe ich meinen Körper? Lebe ich mein Potential?

Wie hat sich die gesellschaftliche Wahrnehmung von Yoga in den letzten Jahren entwickelt? 

Yoga wird leider sehr oft als Sport bzw. Fitness-Routine gesehen. Das Problem daran ist, dass Yoga die Fitness-Industrie „abgelöst“ und sich von seinen Wurzeln entfernt hat. Yogamodels sind nun die neuen Fitnessmodels. Die Traditionen wurden ausgetauscht oder sogar weggelassen. Yoga wird heute oft „konsumiert“, um sich schlauer, schöner und schlanker zu kaufen. Wir streben nach dem perfekten Körper, nach Schönheit. Aber was bedeutet Schönheit denn wirklich? Ist es wirklich nur Äußeres, die Darstellung von Körper und Kleidung?

Als Yogalehrerin ist es meine Aufgabe, aufzuzeigen, wohin der individuelle Weg führen kann. Dass der Yogaweg radikale Arbeit an sich selbst bedeutet – und zwar auf allen Ebenen des Seins. Und dass du am Schönsten bist, wenn du von Innen nach Außen in die Welt strahlst. Das wird dein Leben und das vieler anderer verändern. Ich habe mich als Lehrerin entschieden, spirituellen Aktivismus zu fördern und meine Schüler in die Tiefe zu führen. Natürlich beginnt die Yogareise oft mit dem körperlichen Aspekt. Zuerst müssen wir uns spüren, mit jeder Zelle unseres Seins, um überhaupt das Potential des Yoga ausschöpfen zu können. Und das Potential ist riesig und definitiv nicht auf eine Fitness-Routine beschränkt.

Hat sich Dein Körpergefühl im Laufe der Zeit durch regelmäßiges Training verändert? 

Ja, definitiv. Für sehr lange Zeit war ich sehr unglücklich mit mir selbst, meinem Aussehen, meinem Körper. Ich habe mich selbst nicht gemocht, mit mir gekämpft. Ich habe einem Schönheitsbild nachgeeifert, das ich nie finden konnte. Und das alles löste eine Autoimmunkrankheit aus. Yoga hat mir geholfen mich selbst anzunehmen, zu lieben und zu heilen. Es hat mir gezeigt, dass ich nur gesund und glücklich zu sein kann, wenn ich eine Liebesbeziehung mit mir selbst habe.

femtasy interviewt Alexia von yogalexia.atUnd es muss nicht immer so kompliziert sein. Beginn dich selbst zu beobachten. Jeder einzelne Atemzug ist pure Liebe. Die Einatmung, das Feuer, das Ja zum Leben. Liebe die Ausatmung. Den Moment. Das Loslassen. Die Sinnlichkeit. Das eine kann nicht ohne das andere. Wie auch Licht nicht ohne Dunkelheit sein kann. Es ist pure Magie!

Ich besitze jetzt weder eine Waage, noch folge ich einem fixen körperlichen Trainingsplan. Aber ich praktiziere täglich meine Yoga Sadhana (Praxis bestehend aus Mantra Chanting, Meditation, Pranayama, Asana, Journaling und Affirmationen). Ich passe sie täglich an meinen Gefühlszustand, meinen Körper und den eigenen Zyklus sowie dem des Mondes an. Und all das mache ich aus purer Liebe zu mir selbst und nicht, um einer Idee oder einem Schönheitsbild nachzueifern.

Auch wir haben die Erfahrung gemacht, dass regelmäßiges Yoga und / oder Meditieren die Wahrnehmung für den eigenen Körper extrem schärfen kann. Hat sich Dein Yogatraining auch auf Deine Sexualität / Deine Libido ausgewirkt? 

Die weibliche Sexualität scheint heute noch ein gesellschaftliches Tabuthema zu sein. Ich hab mich jahrelang so unwohl in meinem Körper gefühlt und meiner Sexualität nie Ausdruck gegeben. Ich habe mich auch nie getraut zu fragen, was mir wirklich gut tut, was mir gefällt und was mich anturnt. Und ich hab gedacht, dass ich mich irgendwann, wenn mein Körper perfekt aussieht, mich mehr in dieses Thema hinein entspannen kann. Tatsache ist aber, dass die Suche und das Streben nach besser, schöner, perfekter nie aufhört.

Yoga hat mir so sehr geholfen bei mir anzukommen und mich anzunehmen und zu lieben. Eines Tages, während einer Bhakti Yoga Ausbildung, war ich so in Ekstase vom Mantra-Singen und dem Yogaprogramm, dass mein ganzer Körper gebebt hat. Ich habe mich so stark und sinnlich gefühlt wie noch nie zuvor. Ich hab vor lauter Freude zu weinen begonnen. Und das war der Beginn einer in wunderbaren Erkundungsreise mit und zu mir selbst.

Yoga hat meinen Fokus geschärft, im Innen und im Außen. Und mich darauf hingewiesen, dass ich mehr auf mich und meine Weiblichkeit achten muss. Meine physische Praxis ist oft kraftvoll, oft langsam und tief. Ich genieße es mich vom Atem bewegen zu lassen und nicht umgekehrt. „Riding the breath“, das Wellenreiten der Atmung ist das sinnlichste Gefühl überhaupt. Es ist deine Verbindung zum Leben. Zur Sexualität. Zum Schatten und zum Licht. Die Tiefen des Seins zu lieben ist ein wahrer Genuss.

Es gibt nun einige Dinge, die ich zu meinem Self Care Programm zähle. Sie nähren meine Weiblichkeit, Sinnlichkeit und Libido. Ich genieße ich es zum Beispiel sehr mir selbst Sesamölmassagen zu geben, Blumenessenzen anzusetzen mit ätherischen Ölen und dem Kakao als Ritual zu arbeiten. Ich lebe nach den Mondphasen, träume wild, tanze zu lauter Musik, mache Chakren-Meditationen und schreibe Gedichte. Ich schenke mir selbst Blumen, nehme lange Bäder und buche jeden Monat eine Massage.

Alleine beim Lesen dieses Absatzes verspür ich ein großes „mhmmmmm“ in meinem Körper. Wir Frauen müssen lernen unser Wesen zu nähren! Du musst es dir wert sein. Und dann kommst du irgendwann auf deiner Reise drauf, dass du das Leben in der Hand hast und nicht umgekehrt. Und dann genieß es in vollen Zügen. In Liebe zu dir selbst.

Liebe Alexia, danke für das Interview. Viel Spaß auf Deiner nächsten großen Yogareise – wir verfolgen sie sicherlich gespannt.  

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Julie

Gründerin von femtasy und begeisterte 'Von Frau zu Frau'-Interviewerin :)

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