Klare Worte

Drei Klitoris-Mythen, die definitiv nicht stimmen 

Klitoris – die große Unbekannte

Wir kennen sie alle: die Klischees rund um die Klitoris. Ein viel-besprochenes und dennoch noch verhältnismäßig unerforschtes Organ. Diese Mythen stammen aus längst überholter Forschung – und geistern dennoch bis heute in einigen Köpfen herum. Doch damit ist jetzt Schluss… wir klären auf.  

Mythos 1: Nur unreife Frauen haben einen klitoralen Orgasmus 

Dieses Klischee stammt aus den Veröffentlichungen von Sigmund Freud, denn er beschrieb den vaginalen Orgasmus als erwachsen, den klitoralen allerdings als unreif. Diese Aussage war mit gravierenden Folgen für die weibliche Sexualität verbunden. Denn ab diesem Zeitpunkt galten alle Frauen, die keinen vaginalen Orgasmus erleben konnten als unterentwickelt und nicht in der Lage „echte“ sexuelle Befriedigung zu erlangen.  

Heute wissen wir – unter anderem dank den Sexualforschern William und Virigina Johnson Masters (ihre Geschichte ist mittlerweile auch bekannt aus „Masters of Sex“) –, dass dem natürlich nicht so ist. Laut verschiedenen Studien ist es zwar unbestreitbar, dass 70 bis 80 Prozent aller Frauen eine Stimulation der Klitoris benötigen, um einen Orgasmus zu erreichen, doch mit der Reife der Frau hat das gewiss nichts zu tun. Masters und Johnson waren es übrigens auch, die das Vier-Stufen-Modell der sexuellen Reaktion entwickelten und die Einzigartigkeit der Klitoris betonten und damit enorm zur sexuellen Freiheitsbewegung der Frau in den USA beitrugen.  

Mythos 2: Klitorale Orgasmen sind weniger intensiv als vaginale Höhepunkte 

Die Vagina kann für viele Frauen durchaus eine sehr erogene Zone sein, doch neuen Forschungen zufolge scheint ein rein vaginaler Orgasmus ohne Beteiligung der Klitoris anatomisch nur sehr schwer möglich zu sein. Lustgefühle bei der Penetration der Vagina werden vor allem durch Nervenenden der Klitoris ausgelöst, die die Vaginalwände durchziehen. Die Klitoris ist also auch hier ein wichtiges Lustorgan, deren Großteil jedoch im Inneren des weiblichen Körpers verborgen liegt. Der Teil, den viele Frauen (und Männer) als Klitoris verstehen, ist jedoch nur die sichtbare Klitoris-Spitze. 

Wichtig für die Intensität von Orgasmen sind jedoch nicht nur körperliche Faktoren. Auch die Erfahrungen, die wir in unserem Leben beim Sex machen, oder unsere Gedanken und Fantasien tragen maßgeblich dazu bei, ob und wie eine Frau zum Höhepunkt kommt. Dass vaginale Orgasmen als intensiver empfunden werden, kann nicht verallgemeinert werden. Der Unterschied beider Arten liegt vielmehr in der Technik, nicht in der Qualität. 

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Mythos 3: der G-Punkt ist das wichtigste Körperteil für den weiblichen Orgasmus 

Zum G-Punkt gibt es viele Meinungen – einige Frauen sowie Wissenschaftler schworen lange darauf, dass er großen Einfluss auf den weiblichen Höhepunkt hat. 

Doch was ist der G-Punkt überhaupt? Auch um ihn ranken sich diverse Mythen. Ein besonders wichtiger davon wurde mittlerweile aktualisiert: offenbar ist der G-Punkt gar kein separates Körperteil. Vielmehr ist „der G-Punkt“ ein Teil der Klitoris, der durch die Innenwände der Vagina beim Sex stimuliert wird. 

Das würde auch erklären, wieso es für einige Frauen schwieriger ist als für andere, ihn zu finden. Kein anderes menschliches Organ besteht aus so vielen Nervenfasern wie die Klitoris. In der Klitoris-Eichel treffen über achttausend Nervenenden zusammen – das sind doppelt so viele wie in der Spitze des männlichen Penis. Und diese Nervenbahnen liegen bei jeder Frau individuell. Der G-Punkt ist also für einige Frauen leichter zu erreichen, z.B. weil die Nervenstränge besonders nah unter der Haut verlaufen, und für andere schwieriger.

Hier erlebte ich den krassesten Orgasmus meines Lebens

Julie

Gründerin von femtasy und begeisterte 'Von Frau zu Frau'-Interviewerin :)

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