Klare Worte

Michael über Sex in einer Beziehung: Es gilt Qualität statt Quantität

Michael spricht mit uns über seine eigene Sexualität sowie das Sexleben mit seiner langjährigen Freundin Jule und gibt Tipps für eine langanhaltende und harmonische Beziehung.

Lieber Michael, Du bist glücklich vergeben mit Jule. Auf Instagram gebt ihr ein sehr süßes Paar ab. Was magst Du an Jule besonders?

Es gibt wirklich viele Sachen, die ich an Jule liebe. Wenn wir uns jetzt für das Interview darauf beschränken, was ich sexuell anziehend an ihr finde, dann gehören auf jeden Fall ihr Duft und ihre Körpergröße dazu! Körpergeruch ist für mich super wichtig. Bei Frauen, mit denen ich nicht harmoniere, habe ich in der Vergangenheit zum Beispiel mehrfach beobachten können, dass sie für mich nach Meerschwein riechen. Da weiß ich dann direkt, dass es nicht passt. Zum Glück riecht Jule für mich nicht nach Meerschwein, sondern im Gegenteil, wie ein frischer, aromatisch duftender Korb voller Obst.

Was ich noch mag, sind ihre Körperproportionen. Nicht zu viel für mich und auch nicht zu wenig und insgesamt einfach heiß anzusehen 😃. Wenn sie sich Locken macht oder ihre Haare in irgendeiner Weise besonders herrichtet, ist das auch immer ein zusätzlicher Trigger für mich. Alles in allem tatsächlich viele visuelle Reize, natürlich aber nicht ausschließlich.

Was findest Du allgemein an Frauen besonders attraktiv und was törnt Dich eher ab? Was wäre ein DO und was ein DONT für ein Date?

Die letzten Dates sind jetzt schon eine ganze Weile her, aber eindeutige DON’TS sind auf jeden Fall: Rauchen, Pelzjacken, Meerschwein-Geruch, Betrunken sein, fettige und ungepflegte Haare, schüchternes Auftreten (ich mag selbstbewusste Frauen, mit denen man sich unterhalten kann und denen man nicht alles aus der Nase ziehen muss) und am aller wichtigsten Empathielosigkeit. Nichts ist schlimmer für mich, als jemand, dem alles egal ist und der/die kein Mitgefühl für andere Menschen oder Lebewesen allgemein hat.

Was ich dagegen mag und zu den absoluten DOs zählen würde, wären Humor, ein freches Lächeln, Aufgeschlossenheit, Abenteuerlust, eine schöne Frisur (ich mag lange, dunkle und gerne auch lockige Haare) ein natürliches, gepflegtes Äußeres, gerne auch mit einem dezenten Make-up. Zentimeter dicke Make-up Schichten, die wie eine Maske den wahren Menschen verstecken, fand ich noch nie attraktiv. Mit „natürlich“ meine ich aber in meinem Fall nicht, dass die Haare überall wachsen. Das ist an sich gar nicht schlimm. Wenn man drauf steht und sich so wohl fühlt, spricht absolut nichts dagegen. Ich steh allerdings nicht drauf. Was ich noch mag, sind Frauen, die einen guten Geschmack bei Schuhen haben. Ob nun Sneaker oder Ballerinas, High Heels oder Flip-Flops, ich mag es einfach, wenn sie gut aussehen und nicht komplett durchgelatscht sind. Nicht, weil ich einen Schuhfetisch oder sowas hab, sondern weil es für mich einfach das gesamte Auftreten abrundet. Da konnte Jule bei unseren ersten Treffen direkt mit ein paar schlichten, weißen Chucks punkten. Was das Outfit angeht, bin ich eher ein Fan von sportlich, legere und nicht so sehr von schicker Abendgarderobe oder abgedrehten modischen Exzessen. Das soll keine Checkliste sein, die abgehakt wird. Letztendlich kommt es dann immer noch auf die Person an sich an und gerade die oberflächlichen Faktoren sind da nicht unbedingt Must-Haves.

Hat sich Deine Sexualität im Laufe Eurer Beziehung verändert? Inwiefern spielt es eine Rolle, ob Du Single oder in einer glücklichen Beziehung bist?

Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Mein Single-Dasein ist schon verdammt lange her. Klar, Sex ist in einer Beziehung viel intensiver und besonderer als außerhalb einer Beziehung. Ich finde, je näher man sich ist, desto mehr Vertrauen kann man aufbauen und sich einfach fallen lassen, ohne nervös oder gedanklich abgelenkt davon zu sein, ob der/die andere denn auch gerade Spaß dran hat. Je besser man sich kennt, desto besser kann man seinen Partner auch lesen und merkt intuitiv und anhand der Körpersprache, was gut ist und was nicht.

Ich denke, es wäre komisch, wenn sich die eigene Sexualität nicht in einer Beziehung verändert. Eine Beziehung lebt ja auch von der Weiterentwicklung der beteiligten Partner. Objektiv betrachtet bevorzuge ich auf jeden Fall den Sex in einer festen Beziehung. Mit den Jahren verändert sich insbesondere auch der Fokus und Sex bekommt einen anderen Stellenwert. Irgendwann hat man einfach nicht mehr 3 mal am Tag Sex und braucht das auch nicht mehr. Qualität statt Quantität heißt hier die Devise. Sind wir mal ehrlich, das hat unter anderem ja auch praktische Gründe. Wenn man den halben Tag mit Sex verbringt, bleibt vieles liegen, was noch so erledigt werden muss.

Jetzt femtasy entdecken

Ihr beiden wirkt sehr harmonisch und ausgeglichen. Habt ihr einen Tipp an andere Paare?

Ein Tipp wäre, nicht zu sehr auf andere zu schauen. Vor allem nicht in den sozialen Medien. Konzentriert euch lieber auf euch selbst. Niemand ist 24/7 nur gemeinsam am Lachen. Streiten ist genauso normal, wie unterschiedliche Ansichten zu bestimmten Themen. Wichtig ist, dass man miteinander redet, respektvoll im Umgang miteinander bleibt, manches nicht so persönlich nimmt und über Kritik auch mal nachdenkt.

Wenn wir mal eine Auseinandersetzung haben, versuchen wir trotzdem uns zu vertragen, bevor wir das Haus verlassen oder schlafen gehen. Das klappt meistens auch ganz gut. Inzwischen sind wir immer besser im Vertragen und sobald wir merken, wie lächerlich das Streitthema vielleicht gerade war, können wir von einer Sekunde auf die andere auch mal von Wut in Lachen ausbrechen. Nehmt euren Partner nicht als selbstverständlich und gebt euch auch nach den ersten drei Monaten noch Mühe für einander. Ich denke immer daran, dass es niemandes Lebensaufgabe ist, mich glücklich zu machen, auch nicht Jules. Umso mehr freue ich mich jedes Mal wieder drüber, wenn sie es trotzdem macht und andersrum genau so.

Ist Selbstbefriedigung ein Thema bei Euch?

Selbstbefriedigung spielt nur eine kleine Nebenrolle in unserer Beziehung. Es ist kein Tabu, aber wir tauschen uns nicht übermäßig darüber aus.

Gehst Du oder geht Jule offener mit der eigenen Sexualität um? Wer macht eher den ersten Schritt für ein Gespräch oder spricht mit Freunden darüber?

Ich würde sagen, dass ich offener mit dem Thema umgehe als Jule. Spätestens seit ich mal für einen Fetischladen in Berlin gearbeitet habe, waren da die letzten Schranken geöffnet. Das heißt aber auch nicht, dass ich dauernd mit Freunden über Sex rede. Mir fällt gerade nur eine konkrete Situation ein, in der ich mit meinem Tätowierer zum Beispiel über Selbstbefriedigung geredet habe. Aber darüber hinaus ist das eher selten der Fall. Sex hat man oder eben nicht. Wie das bei Jule und ihren Freundinnen aussieht, weiß ich nicht. Das müsst ihr sie mal selber fragen. 😂

Laut unserer Studie sind Männer ja eher visuell gesteuert und Frauen eher auditiv. Erkennt man diesen Unterschied bei Dir und Jule oder würdest Du dem widersprechen?

Also wenn ich jetzt nochmal über meine Antworten hier drüber lese, fällt mir da eine starke Tendenz zum Visuellen auf, ja. Und dass Frauen eher über Geräusche oder Worte angeturnt werden, kann ich aus eigener Erfahrung auch bestätigen. Letztendlich ist es aber immer das Gesamtpaket aus Optik, Geruch, Geräuschen und Gefühlen in der Situation.

Lieber Michael, vielen lieben Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast und uns unterstützt.

Vielen Dank nochmal für eure Fragen. Hat Spaß gemacht, sie zu beantworten.

Jetzt femtasy entdecken

 

Kommentare