Klare Worte

Sukkhadas über Tantramassagen: Es ist für mich eine Quelle der Kreativität

Sukkhadas spricht mit uns über seinen Job als Tantramassagelehrer, die Rolle von Sexualität und Massage in seinem Leben und gibt Tipps an Paare, um das Sexleben neu zu entfachen.

Lieber Sukkhadas, Du bist Tantramassage- und Meditationslehrer (mehr auf www.sukkhadas.com). Ein sehr außergewöhnlicher, aber spannender Beruf. Erkläre doch kurz mal unseren Lesern und Leserinnen, was die Tantramassage genau ausmacht?

Das Ritual der Tantramassage ist eine Form der Meditation. Eine sehr effektive und wunderschöne Art der Selbsterkenntnis. Hier herrscht eine klare Trennung zwischen Empfänger und Gebenden. Dies ermöglicht einem aus eingefahrenen Mustern der Sexualität auszutreten und sich rein in der Absichtslosigkeit der Berührung fallen zu lassen, anstatt dass jeder den anderen zum Orgasmus bringen will. Viele Menschen leiden selbst in diesem Bereich unter Leistungsdruck.

Der ganze Körper wird bewusst berührt. Das findet fast nie in unserem Leben statt. selbst bei intimen Begegnungen konzentrieren sich die Bereiche, denen Aufmerksamkeit geschenkt wird, auf maximal 25 Prozent. Die ganzheitliche Berührung an sich hat eine großartige Wirkung auf den Körper. Jede Menge Hormone werden ausgeschüttet, die unsere Sinne schärfen, uns glücklicher, tiefenentspannter und lustvoller machen. Selbstvertrauen und Selbstliebe werden gefördert. Darüber hinaus können Traumata gelöst werden. Das Resultat ist enorm und sehr nachhaltig. Jeder sollte die Tantramassage in sein Liebesleben integrieren.

Seit wann beschäftigst Du Dich mit diesem Thema und was genau begeistert Dich daran?

Massage war schon immer Teil meines Liebeslebens. Es ist für mich eine effektive Art, um Vertrauen aufzubauen. 2001 sprach mich mein Lehrer nach einer Meditation in einem Club an, ob ich nicht Lust habe bei ihm zu lernen. Er hatte 25 Jahre Erfahrungen in den verschiedensten Methoden zu massieren. Da war ich als junger Mann sehr dankbar dafür.

Ein anderes einschlägiges Erlebnis hatte ich mit meiner 2. Freundin. Sie war wesentlich älter und um einiges erfahrener als ich. Nachdem wir uns das erste Mal geliebt hatten, war ich total aus dem Häuschen. Es war so intensiv und leidenschaftlich für mich. Diese Euphorie wurde aber schnell zunichte gemacht, denn sie teilte mir am nächsten Tag mit: “Da wo es für dich aufgehört hat, fängt es bei mir eigentlich erst an!”. Das war erstmal sehr krass für mich, aber seit diesem Tag beschäftige ich mich mit bewusster Sexualität. Ich bin ihr sehr dankbar dafür.

Hast Du einen Tipp an Paare, die mal was Neues ausprobieren wollen? Wie kann eine Massage das Sexleben neu entfachen?

Grundsätzlich rate ich jedem seiner Neugierde nachzugehen, seiner Phantasie keine Grenzen zu setzen und seinem Partner ehrlich gegenüber zu sein.

Die Tantramassage gibt einem einen neuen Blickwinkel auf die eigene Sexualität. Das Ziel ist hier kein Orgasmus, sondern das reine Erleben der Berührung beim Empfangen und Geben der Massage. Leider empfinden viele eine Massage zu geben als harte Arbeit und übersehen dabei die Bereicherung den Körper des Partners mit ganz neuen Augen kennenzulernen.

In einer Zeit, in der wir mit sexuellen Reizen überschüttet werden, ist eine Tantramassage eine Chance für die Sensibilisierung der eigenen Sexualität.

Wie reagieren Frauen auf Deinen Beruf? Finden sie es besonders erotisch oder eher abschreckend? Wie reagierst Du dann darauf?

Das Feedback ist fast durchgehend positiv. Die meisten sind sehr an der Thematik interessiert und das sorgt immer für jede Menge Gesprächsstoff.

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Welchen Wert hat Sexualität in Deinem Leben?

Sexualität steht für mich an gleicher Stelle wie gesunde Ernährung. Beides ist Medizin. Jedem Leben steht die Sexualität zugrunde. Leider ist das sehr in Vergessenheit geraten. Es wurde zu lange als Tabuthema oder “etwas Niederes” angesehen. Wer sich der Kraft seiner Sexualität bewusst ist, kann daraus sehr viel Energie schöpfen in allen Bereichen seines Lebens.

Wie beeinflusst Dein Beruf als Tantramassage Lehrer Deine Sexualität? Gibt es eine Entwicklung, je länger Du den Job ausübst?

Es ist ein Geschenk mit so vielen Menschen die Begeisterung für die Tantramassage zu teilen. Ich lerne sehr viel dabei, was sich natürlich auch auf meine Sexualität auswirkt. Es ist für mich eine Quelle der Kreativität.

Was ist Deine Meinung zu Selbstbefriedigung? Und was machst Du lieber: Selbst befriedigen oder massieren?

Die Massage ziehe ich der Selbstbefriedigung vor. Nach einer Massage fühle ich mich nachhaltig aufgeladen und nicht entladen. Die Selbstbefriedigung finde ich aber trotzdem sehr wichtig, um sich selbst genießen und kennenzulernen.

Wären unsere Hörgeschichten von femtasy nicht super dafür geeignet, diese in den Massagen mit einzubringen? Was ist Deine Meinung dazu?

Eure Hörgeschichten finde ich super geeignet, um die Tantramassage thematisch zu integrieren. Erfahrungsberichte könnten hier vielen als Inspiration dienen. Bei einer Massage selbst eine Hörgeschichte abzuspielen finde ich unpassend, da es vom reinen Sein und Empfinden ablenkt. Aber vielleicht können wir ja eine geführte Tantramassage per Hörerlebnis über femtasy als Kooperation anbieten?

Danke für das sehr interessante und offene Interview, lieber Sukkhadas!

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Julie

Gründerin von femtasy und begeisterte 'Von Frau zu Frau'-Interviewerin :)

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